Montag, 10. Dezember 2012

Vom Alltag.

Hallo ihr Lieben,

so langsam ist der Alltag eingekehrt.
Wir arbeiten 5 Tage die Woche, ich habe montags und dienstags frei, bei Nickel ist es meistens unterschiedlich.
Früh stehen wir auf, schmieren uns Pausenbrote, gehen arbeiten und kommen abends manchmal mehr, manchmal weniger geschafft nach Hause.
Nach Hause bedeutet in unsere richtig schöne Wohnung, die wir uns mit Oliver teilen, einem 32-Jährigen Künstler.
Hier haben wir unser eigenes kleines Zimmer und eine gemeinschaftliche Küche, Bad und Wohnzimmer.



Seit wir aus dem Hostel ausgezogen sind, haben wir zwischendurch 2 Wochen bei einer alten, englischen Frau gewohnt.
Sie hat ein riesiges Haus und vermietet die einzelnen Zimmer an junge Menschen als eine Art "homestay". Man kann wählen zwischen "mit Verpflegung" oder einfach nur "wohnen", was preisgünstiger ist.
Wir hatten dort also ein kleines, süßes Zimmer und die ersten Tage die komplette obere Etage für uns, weshalb wir den Jacuzzi des größeren Zimmers mitbenutzen konnten. War das ein Luxus...




Jetzt haben wir zwar nicht mehr ganz so viel Luxus (brauchen wir auch nicht), dafür aber Anschluss und Mietzekatzen.




Nickel hat den Job im Cafe bekommen und arbeitet dort jetzt für 10,25$ Mindestlohn um die 30-40 Stunden in der Woche.


Jetzt allerdings leider mit kurzen Haaren. Die hat er sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion kurzerhand vom Kopf rasiert, weil das ja viel bequemer ist. ;)
Aber die wachsen schon wieder nach.


Ulli, bei dem Bild denk ich an dich! Genieß es. :D


Heute hatten wir zusammen frei und haben den Tag ordentlich genutzt.
Zum Frühstück gab es Pancakes, wie es sich für ordentliche Kanadier gehört.
Danach haben wir unserer Kreativität freien Raum gelassen und ein Lebkuchenhaus gebaut, verziert und noch mehr verziert. Das schmückt jetzt unsere Küche als buntes Etwas. Uns gefällts. ;)




Heute Abend waren wir auf dem deutschen Weihnachtsmarkt, den es hier in Vancouver gibt.
Dort gab es von Bretzeln über Schupfnudeln wirklich alles. Ein netter Mann hat uns dann auch noch Freifahrtkarten fürs Kinderkarussel geschenkt, so dass das Weihnachtsmarkterlebnis perfekt abgerundet wurde.






Trotz Weihnachtsmarkt mag die Weihnachtsstimmung hier trotzdem irgendwie nicht aufkommen.
Das kann am Wetter liegen (es regnet hier wirklich JEDEN Tag!) oder einfach daran, dass Weihnachten nicht wirklich Weihnachten ist, wenn man keine Familie hat mit denen man Plätzchen backen, Lichterketten aufhängen oder Tannenbäume kaufen kann.
Wir versuchen uns es hier dennoch so schön wie möglich zu machen. Ich hab vorgestern ein Supersonderangebot an Teelichtern gekauft, für 2 Dollar. Die werden jetzt immer feierlich entzündet!
Und morgen wird Weihnachten dieses Jahr dann wahrscheinlich vollständig entweiht, weil wir das komplette Sortiment an Schokoladenweihnachtskalendern im Supermarkt für 0,34$ das Stück aufkaufen werden, um an die Schokolade zu kommen. Das wird ein Schmaus!
Apropos Kalender - darauf wollten wir nicht verzichten. Also hat Nickel einen selbstgebastelten bekommen, in dem der Inhalt zwischen Fruchtstreifen, Schokokugeln und Traubenzucker variiert (keine Sorge, Ina. Da ist noch mehr drin, das darf ich nur noch nicht verraten! ;)) und ich hab einen der 0,34$ Schokokalender! 


Vielleicht fahren wir über die Feiertage mal in den Schnee. Den sieht man von der Stadt aus auf den Bergen, die hinter Vancouver liegen. Der wird nur leider nie hier unten sein, weil es hier zu warm ist. Durchschnittlich sind inzwischen um die 2-5°C.

Der weitere Work-and-Travel-Plan sieht so aus, dass wir bis Februar/März hier arbeiten, uns dann ein Auto kaufen und Richtung Osten fahren. Und dann halten wir überall an, wo es uns gefällt!

Aber jetzt gibts Abendbrot. Pläne schmieden macht hungrig! Die Frage zu klären allerdings, was es zum Abendbrot geben soll, ist eine der schwierigsten Sachen! Irgendwann hat man alle guten Dinge mindestens einmal gemacht (Nudeln mit Tomatensoße, Kartoffelbrei und Fisch, Bratkartoffeln, Sushi bestellen, Pizza, Reis mit Gemüsepfanne,...) und braucht Stunden im Laden bis man etwas günstiges (was schon eine Herausforderung an sich ist) findet, was man nicht erst in der Woche vorher gegessen hat.
Heute gibt es dann mal wieder Bratkartoffeln. Aber was solls, Hauptsache man wird satt!
Unseren Gourmet-Kochkünsten können wir dann wieder in Deutschland nachgehen. ;)

Lasst es euch gut gehen bis dahin!
Wir grüßen euch lieb.
Hanni und (der kurzhaarige) Nickel

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